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Blumen Bouquets, natürlich!

Kunsthistorikerin und self-made-Floristin Regina Fasshauer hat mit Blooms dem Schleierkraut, den Hollandblumen und dem konventionellen Blumenstrauß den Kampf angesagt. Ihre Bouquets sind nicht nur größtenteils von regionalen Gärtnern und Bauern, sondern vor allem natürlich, wild und bunt zusammengebunden. Außerdem achtet sie bei der Auswahl ihrer Blumen auf die jeweiligen Saisons, denn auch wenn fast alle Blumen ganzjährig erhältlich sind gehören Tulpen eigentlich zum Frühling und Rosen zum Herbst. Im Interview erzählt uns Regina Fasshauer mehr über Ihr Leben mit den Blumen.

Erzähl uns ein bisschen von dir. Wie bist du Floristin geworden?

Ich bin keine ausgebildete Floristin, sondern Kunsthistorikerin. Seit vielen Jahren arbeite ich im Kunstbereich und Blumen waren bisher immer mehr ein Hobby. Im Moment bin ich jedoch dabei, den Schwerpunkt meiner Arbeit von der Kunst auf die Blumen zu verlagern, da mir die Arbeit mit Blumen extrem viel Freude macht und mir „gesünder“ erscheint als der oft überdrehte und hektische Kunstbetrieb. Schon als Kind hatte ich ein eigenes Beet im Garten meiner Großeltern. Die Idee zu einem eigenen Blumenstand kam auf, als ich vor Jahren den Londoner „Columbia Road Flower Market“ besucht habe, ein Erlebnis und ein wunderbarer Tag, den ich nicht vergessen werde. Die Grundlagen der Floristik hat mir dann eine gute Bekannte beigebracht, alles andere ist jahrelange Übung und das Beobachten der Natur, z.B. die Bewegungen und Wuchsrichtungen von Pflanzen und Blumen in der „freien Natur“. Dass ich keine Ausbildung als Floristin habe, hilft sehr, Sträusse unkonventioneller und natürlicher zu binden als man sie aus klassischen Blumengeschäften kennt. Thierry Boutemy, einer meiner Lieblingsfloristen in Brüssel, ist übrigens der Meinung, dass das eigentliche Problem der Floristik die Ausbildung ist, in der man beigebracht bekommt, Blumen in unnatürliche, starre Formen zu bringen... Diese Meinung teile ich.

Deine saisonalen Blumen und Kräuter bekommst du von regionalen Gärtnern und Bauern. Warum hast du dich für eine regionale Zusammenarbeit entschieden? Was sind die Vorteile, sich an den Jahreszeiten zu orientieren?

Der Ehrlichkeit halber muss ich zugeben, dass ich stets versuche, meine Blumen und Kräuter von regionalen Gärtnern und Bauern zu beziehen. Immer ist das leider nicht möglich – die Ranunkeln bei Blooms kommen zur Zeit z.B. aus einer Gärtnerei in Italien. Die Vorteile der regionalen Zusammenarbeit liegen auf der Hand - ich kann nachvollziehen, wo und wie die Pflanzen angebaut werden, die Qualität ist meistens viel besser als die importierter Ware, die Transportwege sind kurz, was wiederum die Umwelt schont. Die Orientierung an Jahreszeiten hat für mich viel mit einem natürlichen und gesunden Lebensrhythmus zu tun. Es ist so ähnlich wie mit dem Essen - ich möchte ja auch keinen Spargel an Weihnachten essen, sondern freue mich jedes Jahr aufs Neue auf die Spargelzeit im Frühling.

Die Vorteile der regionalen Zusammenarbeit liegen auf der Hand - ich kann nachvollziehen, wo und wie die Pflanzen angebaut werden

Der Frühling steht vor der Tür – Welche sind deine Lieblings-Frühlingsblumen? Und wie kann man sie zu Hause am besten in Szene setzen?

Ich habe eher „Lieblings-Frühlings-Bäume“ und liebe blühende Apfel- und Kirschzweige. Und Magnolien natürlich! Besonders hübsch wirken lange Zweige in einer Bodenvase vor einer weissen Wand. Ein bunter Frühlingsstrauß fühlt sich in einem schlichten, großen Weck- oder Marmeladenglas immer wohl – auf dem Esstisch oder auf der Fensterbank.

Wo findet man bei dir zu Hause immer frische Blumen? Und warum?

Immer auf dem Esstisch, der bei mir zugleich auch Arbeitstisch ist – dort verbringe ich viel Zeit und kann mich an den Blumen erfreuen.

Bald beginnt die Hochzeitssaison, hast du einen Blumendeko-Tipp für zukünftige Bräute?

„Meine“ Bräute wünschen sich zur Zeit immer öfter Blumenarmbänder fürs Handgelenk. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern ist auch praktisch – man hat die Hände frei, kann den Brautstrauß ins Wasser stellen und hat trotzdem noch ein paar Blumen bei sich. Allgemeine Tipps zu geben ist schwierig, jede Hochzeit ist anders und die Blumen sollten zum Brautpaar und dem Ort, an dem gefeiert wird passen. Gestecke aus Callas (würde es bei Blooms sowieso nicht geben) passen nicht wirklich zu einer Hochzeit auf dem Bauernhof. Trotzdem ein kleiner Tipp - bevor man sich mit einer Floristin oder einem Floristen trifft, könnte man sich z.B. ein Farbkonzept für den Blumenschmuck überlegen oder Lieblingsblumen notieren. Auch mit einfachsten Mitteln kann eine sehr schöne Blumendeko gestaltet werden, zum Beispiel sehen einzelne Blumen in vielen verschiedenen Flaschen sehr hübsch aus. Im Kopf haben sollte man aber immer, dass die Gäste beim Essen ca. zwei Stunden an ein und demselben Platz verweilen – am Tisch mit den Blumen direkt vor der Nase. Ich bin überzeugt, dass schöne Blumen fast so wichtig sind, wie ein gutes Essen.

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