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Vom Flachs zum Leinen

© European Confederation of Linen and Hemp (CELC)

Die alten Ägypter, so sagt man, haben Leinen als Währung genutzt. Das taten sie vorausschauend und zu Recht: Leicht, saugfähig, pflegeleicht – Leinen ist seit dem Mittelalter im Kleidungs- und Texilbereich beliebt. Und heute, einige tausend Jahre später ist Leinen raffinierter und weicher und somit außerdem Grundlage der verschiedensten Accessoires im täglichen Leben.

So hat es sich die European Confederation of Linen and Hemp (CELC – Europäische Gesellschaft für Leinen und Hanf) zur Aufgabe gemacht, die Vorteile des einst so beliebten Stoffes wieder in die Köpfe der Menschen zurückzurufen. Es handelt sich dabei um die einzige europäische agrar-industrielle Organisation, die alle Produktionsschritte von Leinen und Hanf begleitet.

Während dieser Arbeitsbereich jedoch eher trocken klingt, zeichnet sich die CELC aber auch für die Bereiche Fashion und Lifestyle verantwortlich. Damit hat die CELC eine ausgezeichnete Leinen-Expertise und kann auf allen Ebenen die Vorzüge des Materials herausstellen und präsentieren. Und so ist es auch: 10.000 Unternehmen in 14 Ländern verlassen sich auf die Arbeit des CELC. Wir sprachen mit Sue Spencer, die CELC im UK vertritt, um mehr über das Beste an Leinen zu erfahren.

Sue, was können Sie uns über europäisches Leinen sagen?

Flachs ist die einzige pflanzliche textile Faser, die ursprünglich aus Europa kommt. Im Laufe der Jahre hat Flachs sich als exzellentes Material herausgestellt, es wächst gut und lässt sich ausgezeichnet verarbeiten.
Das Pflanzen und Verarbeiten von Flachs bis zur Faser ist 100% nachhaltig

br>Die einzigartige Kombination von natürlichem feuchtem Klima, das vom Ozean herübergetragen wird, nährstoffreiche Erde – und dazu natürlich die Passion und Erfahrung der Flachsbauern, die auf eine langjährige Tradition zurückblicken können machen europäisches Leinen einzigartig.
Diese Faktoren zeigen, dass europäisches Leinen nicht einfach an einen anderen Ort umgezogen und dort angebaut werden kann. Zumindest ist es dann nicht mehr das charakteristische und beliebte europäische Leinen.

Leinen ist ein Material mit besonderer Haptik und einem wunderschön fließenden Faltenwurf. Doch das sind nicht die einzigen positiven Eigenschaften

Es gibt sehr viele Vorteile, die Leinen auch für Heimtextilien äußerst geeignet machen. Zum einen ist es sehr haltbar: Flaxfasern sind lang, daher müssen sie weniger aufwendig eingedreht werden, um ein Garn zu erhalten. Das Material ist geschmeidig und fest, fusselt nicht und verzieht sich nicht. Damit bleibt das Produkt länger schön und nutzbar.

Hinzukommt, dass Leinen sehr saugstark ist und wärmeregulierend wirkt. Je nach Wetter kann es wasserabweisend oder saugfähig sein – Leinen nimmt bis zu 20% des Eigengewichts auf, ohne sich feucht anzufühlen. Das bedeutet: Ein Wohlgefühl ist garantiert, wo auch immer Leinen zum Einsatz kommt.

Leinen ist antistatisch, antiallergen und antibakteriell und wirkt damit stressreduzierend. Daher kann es - als Bettwäsche - einen gesunden, entspannten Schlaf fördern. Zudem ist seit dem Mittelalter bekannt, dass Leinen eine positive Wirkung bei Hautproblemen hat. Leinen ist außerdem pflegeleicht. Insgesamt gibt es also diverse gute Gründe, Leinen zu verwenden.

Bis aus Flachs Leinen wird, sind einige Arbeitsschritte notwendig. Welche sind das?

Die Bauern auf dem Feld müssen genau den richtigen Tag, den richtigen Moment wählen, an dem sie aussähen und schließlich ernten. Dazu müssen sie sich den unvorhersehbaren Wetterbedingungen anpassen. Die Expertise dieser Arbeiter für die jeweiligen verschiedenen Arbeitsschritte ist essentiell, damit jede Ernte perfekt ist.
Vom Einpflanzen bis zur Ernte vergehen 100 Tage, die Ernte erfolgt im Juli. Dabei werden die Pflanzen nicht geschnitten, sondern aus der Erde gezogen. In breiten Streifen werden die Halme dann auf das Feld gelegt, sodass Mutter Natur ihre Arbeit machen kann. So trennt sich mit der Zeit die Faser vom Halm, ein natürlicher Prozess, der wirklich schön anzusehen ist.
Fördert entspannten Schlaf: Leinen ist antiallergen und antibakteriell

Der Flachs wird schließlich geschwungen, wodurch sich die Haut automatisch vom Halm löst, und dann gekämmt. Dadurch werden die Fasern weich und glänzend – ein bisschen wie blondes Haar. Nachdem die Fasern zu Garn verarbeitet wurden, können sie zu Stoff gewebt werden.

Welche anderen Eigenschaften machen Leinen zu einem Material von höchster Qualität?

Das Pflanzen und Verarbeiten von Flachs bis zur Faser ist 100% nachhaltig. Ein Bewässerungssystem ist nicht nötig: Regen ist ausreichend. Dünger oder Pflanzenschutzmittel sind nur im sehr begrenzten Rahmen nötig.
Boden und Umwelt erfahren also keine Belastung, auch Pflanzen und Tiere im Umfeld nicht. Flachs hat sogar sehr positive Auswirkungen auf die Bodenqualität, sodass in Folge eine noch bessere Ernte erzielt wird. Flachsfelder sind außerdem CO2-neutral.
Leinen lässt sich wunderbar mit anderen Stoffen kombinieren, ob ultraleichte Voiles (Schleierstoffe) oder dichtgewebtes Segeltuch. Webereien und Spinnereien sind es hierbei, die viele Ausführungen, Webarten, Oberflächenstrukturen kreieren und die Vielfalt von Leinen mit viel Expertise auskosten.

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