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Im Interview mit Abhati-Gründerin Anju Rupal

Abhati Suisse ist eine Kosmetikfirma, die auf sozialem Engagement begründet ist. Mit dem Erlös aus der angebotenen Kollektion von Hautpflegeprodukten möchte Abhati das Leben von Mädchen und Frauen in Indien verbessern. Dazu gehören Bildung und Gesundheit, insbesondere die Verbesserung der hygienischen Situation in Sanitärbereichen. Die Mission hinter Abhati und den Produkten setzt sich aus den Prinzipien Reinheit, Echtheit und Integrität zusammen. Die Natur bietet die Zutaten für die Produkte, eine Mischung aus Elementen des Himalaya und den Schweizer Alpen. Anju Rupal ist Gründerin von Abhati (Sanskrit: Lass Deine Seele scheinen / leuchten). Mit ihr sprachen wir, um mehr über die Produkte und ihr Projekt zu erfahren.

Mein Ziel: Einen Kreislauf der Verbesserung anstoßen.

Wie bist Du auf dieses Projekt gekommen, wann und warum hast Du Dich für Abhati entschieden?

Im Grunde entstand die Idee aus diesen zufälligen Begegnungen, die man im Leben hat. Abhati ist ein logischer Teil meiner Lebensgeschichte. Ich arbeitete als Sozialarbeiterin für Flüchtlinge und rief SwissMedikids, eine Notfallpraxis für Kinder, ins Leben. Als ich Ende 40 war, entschied ich, dass es Zeit für unbequeme Themen ist.

Ein Tabuthema war das Verrichten der Notdurft auf offener Straße, wodurch die Verbreitung von Bakterien und Krankheiten begünstigt wird. Dies stellt vor allem eine Gefahr für benachteiligte Familien und Kinder dar. Interessanterweise gibt es in Entwicklungsländern mehr Mobiltelefone als Toiletten.

Vier von zehn Menschen weltweit haben keine eigene Toilette. Für Frauen und Kinder ist dies besonders gefährlich, da sie zwangsläufig leichter mit Bakterien in Kontakt kommen, erkranken, sterben. Für heranwachsende Mädchen ist es so, dass sie die Schule verlassen, wenn die Menstruation einsetzt – weil es an vielen Schulen keine Toiletten gibt. Da ich eine Frau bin, liegen mir Themen wie die Frauengesundheit sehr am Herzen.

Das große Ziel ist es, dass Mädchen weiterhin zur Schule gehen können. Wir nehmen uns also der Hygiene an Schulen an, haben ein Programm gestartet, das auch das Händewaschen in den Fokus stellt. Das Benutzen von Seife kann zu 35% verhindern, dass sich Menschen mit Krankheiten, auch tödlichen, anstecken. Obwohl das eigentlich so einfach ist, wird darüber nicht genug gesprochen.

Mit Abhati, meinem sozial engagierten Unternehmen, habe ich die Möglichkeit, mich einzusetzen für Dinge, an die ich glaube. Ich liebe reine Schönheit, ich bin begeistert von hübschen Dingen, Qualität, Design und Handwerk. Aber bisher war dies für mich seelenlos. Mit Abhati weiß ich, dass ich ein Projekt mit Seele geschaffen habe, etwas, woran ich glaube und womit ich mich für andere Menschen einsetzen kann. Daher wurde unser wichtigstes Produkt „One Hand Washes The Other“ (Eine Hand wäscht die andere) genannt.

Anju Rupal gründete Abhati Suisse

Ihre Eltern sind aus Indien nach Großbritannien gekommen. Als Sie Indien das erste Mal besuchten, was hat Ihnen dieser Aufenthalt gegeben?

Ich war 22, als ich das erste Mal die Heimat meiner Eltern besuchte. Es fühlte sich an, als hätte ich in meinem bisherigen Leben nur Schwarzweißfernsehen gehabt. Plötzlich waren da all diese kräftigen Farben! Ich war ganz gefangen von der farblichen Schönheit der Landschaft und auch von den Düften. Was mich allerdings auf ganz andere Art bewegte, war die Ungerechtigkeit und die Ungleichheit der Geschlechter, von Frauen, die benachteiligt sind, sozusagen mit dem falschen Geschlecht geboren und aufgewachsen. Nie werde ich die Scham einer jungen Mutter vergessen, die mich fragte, ob ich kurz auf ihre Kinder aufpassen könne – damit sie sich an einem unbeobachteten Ort erleichtern kann.

Ein Teil Ihrer Einnahmen fließt in Ihre Kampagne “Invest in Girls”, die sich dafür einsetzt, dass Mädchen in einem sichereren, saubereren Umfeld aufwachsen können. Wie hilft Ihre Unterstützung?

Der Kauf eines jeden Produkts unterstützt die Bildung und die Gesundheit von Mädchen in Indien. Mein Ziel ist es, einen Kreislauf der Verbesserung anzustoßen, über die Schulen, mit denen wir zusammenarbeiten. Abhati arbeitet mit Nichtregierungsorganisationen zusammen, um sowohl Hygiene als auch Bildung zu fördern. Und um der vermeidbaren Verbreitung von Krankheiten entgegenzutreten.

Jeden Tag sterben 1.400 Kinder an vermeidbaren Durchfallerkrankungen, die durch den Mangel an Hygiene und Sanitäranlagen entstehen. Händewaschen kann das Risiko, sich an einer solchen Erkrankung anzustecken, um bis zu 50% reduzieren. Wertvolle Projekte, die auch stark unterstützt werden, kümmern sich um die Sauberkeit von Wasser, doch das allein ist nicht ausreichend, um die Probleme zu lösen.

Abhati arbeitet außerdem mit “Educate Girls” zusammen. Die Organisation aus Indien hilft Gemeinden, die Bildungs- und Schulsituation zu verbessern.

Ich entschied mich, “Educate Girls” zu unterstützen, weil sie Kommunen darin bestärken, sich für die Ungleichheit der Geschlechter einzusetzen. Sie arbeiten dabei mit der Regierung, Schulen, Eltern, Gemeindeoberhäuptern zusammen – und mit Teams aus Mädchen. Diese werden gebildet, um sie Führungsstärke zu lehren. All dies kommt wiederum auch den einzelnen Gemeinden zugute.

Die Organisation geht auf Eltern in Dörfern zu und überzeugt sie, ihre Töchter zur Schule zu schicken. Im Vergleich zu Mädchen, die die Schule frühzeitig verlassen, werden die gebildeten Mädchen mehr verdienen, sie heiraten vier Jahre später als der Durchschnitt, Prostitution wird vermindert, sie haben weniger, dafür gesunde Kinder und werden diese ebenfalls zur Schule schicken. Bildung verändert alles, besonders für benachteiligte junge Mädchen überall auf der Welt. Deshalb unterstütze ich die Bildung für Mädchen als einen nachhaltigen Weg zu der eigenen Stärke.

Produkte von Abhati verbinden das Morgen- und das Abendland. Aus welchen Elementen setzen sich die Produkte zusammen?

Die ayurvedischen Prinzipien der Schönheit waren wichtiger Bestandteil meines Heranwachsens. Sie wurden von meiner Großmutter auf meine Mutter und schließlich auf mich übertragen. Wir haben diese Weisheiten nun urbanisiert, an die westliche Lebensweise angepasst. Für die Produkte von Abhati nutzen wir die besten Naturelemente mit all ihren Heilungseigenschaften aus dem Himalaya und den Schweizer Alpen. Wir nutzen Kurkuma, Moringa-Öl, Edelweiss und viele weitere Kräuter und Pflanzen. Kurkuma ist ein Engel! Es heilt trockene Haut und beugt dieser vor, verlangsamt den Alterunsgprozess der Haut, vermindert Fältchen und verbessert die Elastizität der Haut. Edelweiß ist ebenfalls gut gegen Hautalterung und hat ebenfalls heilende Eigenschaften.

Eine Hand wäscht die andere.

Wie geht es bei Abhati weiter? Welche weiteren unterstützenden Projekte oder Produkte sind geplant?

Wir sind ein junges Start-up und ein recht kleines Team. Um wirklich Einfluss nehmen zu können, muss unsere Sichtbarkeit wachsen. Das können wir alleine nicht stemmen. Daher müssen unsere Produkte sichtbar sein, wir müssen sie in Cafés platzieren, Yogastudios, Restaurants. Wir brauchen die Unterstützung von Vielen und auch Mundpropaganda. Da unsere Produkte ausschließlich aus hochwertigen Inhaltsstoffen bestehen, können wir nicht mit normalen Läden zusammenarbeiten, die ja die Hälfte unserer Einnahmen verlangen würden. Daher gehen wir die Sichtbarkeit langsamer, aber mit aller Tiefe an. Ausgesuchte Partnerschaften sind ein Weg oder das Anbieten online, so zum Beispiel mit URBANARA. Hier finden wir Unterstützung und leben nach unseren Werten, unserer Philosophie.

Bisher haben wir keine große Kollektion, weil wir uns auf das Wesentliche konzentrieren möchten. Aber natürlich haben wir bereits eine Reihe hochwertiger Produkte für die natürliche Schönheit: eine Handlotion, Shampoo und Conditioner, Haaröl, Massage-Öl für Babys, eine Gesichtsmaske, Peeling, ein Serum und einen Balsam fürs Gesicht.

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