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Köchin, Bloggerin, Gastgeberin Luisa Weiss im Interview

Luisa Weiss, bekannt als die Gründerin des „The Wednesday Chef“-Blogs und Autorin des Buches „My Berlin Kitchen", verbindet seit jeher das Kochen mit persönlichen Erlebnissen, um so ihr Rezepte für das Leben weiterzugeben. Wir trafen sie, um mit ihr über ihr Leben in und außerhalb der Küche zu sprechen und wie ihre Reisen durch verschiedene Kontinente ihre Sicht auf das Gastgeben, Kochen und das Leben beeinflussen.
Kochbuchautorin, Foodbloggerin und Köchin Luisa Weiss

Du hast einen amerikanischen Vater und eine italienische Mutter, bist selbst in Deutschland geboren und damit ziemlich international. Was sind deine liebsten Einflüsse aus den verschiedenen Kulturen?

An Italienern mag ich den Humor und die unbeschwerte Lebenseinstellung. Amerikaner mag ich besonders wegen der Freundlichkeit und dem „can-do spirit” - nichts ist unmöglich. Und an den Deutschen mag ich am liebsten diese Bodenständigkeit und eine gewisse Bescheidenheit.

Kannst du uns ein bisschen mehr darüber erzählen, wie es zu deinem Memoire „My Berlin Kitchen” kam?

Ich schrieb meinen Blog bereits seit vier Jahren, als ich beschloss New York nach zehn Jahren zu verlassen um nach Berlin zurück zu gehen, wo ich geboren wurde und teilweise aufgewachsen bin. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht viel, außer dass ich zurückkehren musste. Dann wurde mir langsam klar, dass dort eine Geschichte auf mich wartet: Meine eigene Geschichte, Berlin in den 80ern, wie es ist zwischen verschiedenen Kulturen aufzuwachsen, als Scheidungskind die Liebe zu finden und schließlich den eigenen Frieden und ein Zuhause als Erwachsene zu finden. All das lag vor mir und wollte von mir erzählt werden.

Wenn ich das koche worauf ich Lust habe, fühle ich mich Zuhause.

Welche Einflüsse in Berlin haben deine Art zu kochen und dich als Köchin selbst am meisten geprägt?

Es hat mich abenteuerlustiger gemacht – Es gibt kein gutes indisches Essen in Berlin? Mach es selbst! Du vermisst New Yorks chinesischen Restaurants? Koche es selbst! Ich bin also viel mutiger in der Küche geworden.

Wenn man „My Berlin Kitchen“ und deinen Blog „The Wednesday Chef“ liest, wird schnell deutlich, wie persönlich das Kochen für dich ist. Wie beeinflusst diese persönliche Art dein Kochen, besonders wenn du Gäste hast?

Ich versuche wirklich auf mein Bauchgefühl zu hören. Ich will eine Taco Dinner Party? Mit geschmortem Schwein, Salsa, selbstgemachten Tortillas? Dann machen wir das. Ich werde nicht versuchen Lammkeulen und Rahmspinat zu machen, nur weil die Leute das vielleicht erwarten. Wenn ich meinen Instinkten folge und das koche, worauf ich Lust habe, habe ich auch Spaß dabei und fühle mich Zuhause. Genau diese Art von persönlichem Frieden kann Essen uns geben – Ich bin davon überzeugt, dass alles besser schmeckt, wenn man Spaß beim Kochen hat.

Beschreibe deine ideale Dinner Party. Und was macht eine gute Dinner Party für dich aus?

Meine Idealvorstellung eines Dinners wäre mit meinen drei besten Freunden und ihren Ehemännern, die ich leider nicht oft genug sehe, weil sie in Miami, London und New York leben. Es gäbe viel guten Wein, gutes Essen, schlafende Kinder und Musik zum Tanzen. Für mich enden die besten Dinner Partys immer mit Tanzen.

Wie sieht es bei dir zuhause aus? Wie hat sich dein Einrichtungsstil in Anbetracht dessen, dass du in viele verschiedenen Städten gewohnt hast, entwickelt?

Ich habe bereits in vielen kleinen Wohnungen (z.B. in Paris und New York) gelebt, also denke ich, dass ich ziemlich minimalistisch lebe. Auch wenn wir jetzt eine viel größere Wohnung haben, mag ich keine Unordnung oder wenn Sachen rumliegen, also sortiere ich ständig aus. Ich versuche eine möglichst klare Linie und das Zen in unserer Wohnung beizubehalten, auch mit einem Kleinkind und seinem vielem bunten Spielzeug. Ich habe über die Jahre ein paar Möbel und Kunstwerke gesammelt – ein Ölgemälde, aus der Galerie eines Freundes in New York; eine Holztruhe aus dem 18. Jahrhundert, von einem Flohmarkt in Leipzig; eine wahllose Sammlung von Sarreguemines Tellern aus meiner Zeit in Paris und meinen Wochenendausflügen nach Clignancourt. Ich liebe es, dass all diese Dinge meinem Zuhause eine gewisse Bedeutung geben und dass sie jedes Mal Erinnerungen wachrufen wenn ich sie ansehe.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Ich schreibe eine Koch-Kolumne für Harper's Bazaar Deutschland und plane mein nächstes Buch.

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