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URBANARA
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Im Gespräch mit ADFT-Teilnehmerin Katungulu Mwendwa

In der vergangenen Woche haben wir unsere Kooperation mit African Designers for Tomorrow (ADFT) vorgestellt. Der Wettbewerb rückt junge Design-Talente aus Afrika ins Rampenlicht und zelebriert den Farbreichtum und die Vielseitigkeit des Kontinents.
URBANARA ist in diesem Wettbewerb Juror und zudem Mentor im Bereich Wohnen. Heute stellen wir eine der Favoritinnen vor, Katungulu Mwendwa aus Nairobi. Sie ist ausgebildete Modedesignerin und hat seit 2012 eine eigene Linie. Ihre Arbeiten stellte sie bereits während der Fashion Week 2013 in New York vor.

Katungulu, Sie sind eine der Finalistinnen im Bereich Wohnen. Was haben Sie für den Wettbewerb entworfen und wie unterscheiden sich Mode- und Wohndesign voneinander?

Es gibt viele Ähnlichkeiten in der Umsetzung des Designs, der Entwicklung eines Konzepts oder dem Prozess des Erstellens des Produkts. Der Unterschied ist die Form – für meine Ideen konzentriere ich mich hierbei aber nicht mehr auf die menschliche Form, sondern auf räumliche Konzepte. Ich muss sagen, diese Erfahrung war unglaublich schön. Ich hatte richtig viel Spaß beim Experimentieren und Ausprobieren der verschiedenen Techniken, die man im Grunde auch in der Mode anwenden kann.

Modedesignerin Katungulu Mwendwa

Was ist das Besondere an Designs aus Nairobi? Wie verbinden Sie die Elemente mit den Erfahrungen, die Sie während der Fashion Week in New York und anderen Orten außerhalb Nairobis sammeln konnten?

Design, das Elemente Nairobis in sich trägt, ist ziemlich cool. Hier in Nairobi kommen die verschiedenen Kulturen und Geschichten der unterschiedlichen Völker auf urbanem Raum zusammen. Man muss diese Momente genau abpassen, in denen solche besonderen Höhepunkte und Verbindungen zustande kommen, ein offener Geist und eine schnelle Auffassungsgabe sind essentiell.

Ich bin hier aufgewachsen, Nairobi steht nie still, entwickelt sich ständig weiter und hat mich dadurch auf vieles vorbereitet. Mein Design und dessen Ästhetik spiegeln dies wider. Es gibt viele verschiedene Stile und Umsetzungsformen hier – was auf die Vielseitigkeit der Umgebung zurückzuführen ist. Dadurch werden die Werke und Arbeiten auch außerhalb Nairobis und Kenias gut aufgenommen.

Meine Arbeit jenseits meiner Heimat zu präsentieren ist aufregend, schon allein wegen der ungewohnten Umgebung. Die Erfahrungen daraus machen mich wiederum zu dem, was ich bin, beeinflussen mich als Designerin.

Ihre Collage „People of Taboo“ zeigt beeindruckende Bilder der Wodaabe-Frauen. Wie hat das Hirtenvolk Ihre kreative Vision für dieses Projekt beeinflusst?

Nairobi steht nie still, entwickelt sich ständig weiter...

Zum ersten Mal sah ich die Wodaabe-Männer beim Augenrollen während des Guérewol, dem Brautschaufestival. Das Augenrollen dient dem Präsentieren des Weiß der Augäpfel, um die Frauen zu beeindrucken, führt aber zu recht witzigen Grimassen (und welche Frau lacht nicht gern?). Nachdem ich das Ritual kennengelernt hatte, befasste ich mich mehr mit der Kultur.

Mir gefielen die Anwendung von Gesichtsfarbe und auch der Knöchelschmuck, Jabo, den die Frauen tragen, um Ihren Reichtum vorzuführen – ich wollte diesen Schmuck dann auch haben! Ich fand die Form ansprechend, nicht ganz symmetrisch, nicht vollends perfekt. Ich begann, mit dem Schmuck zu spielen. Hier ist ein Eindruck meiner Einflüsse.

Waridi Schrobsdorff, Gründerin des Projekts FA254 sagt, ihre Vison für das Projekt ist es, die Wahrnehmung von Afrika zu ändern und dabei das reiche Angebot und die Kreativität zu zelebrieren. Was möchten Sie in den Köpfen der Menschen mit Ihrer Teilnahme bewirken?

Ich möchte die Wahrnehmung erwirken, dass Design aus Afrika keine Grenzen kennt und nicht als festgelegte Kategorie verstanden werden sollte.

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