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URBANARA

Der Herstellungsprozess von Baumwolle

Die wichtigsten Schritte bei der Baumwollverarbeitung sind das Entkörnen, das Sortieren der Faserlängen, das Kardieren, das Merzerisieren, das Spinnen und Verzwirbeln des Garns und schließlich das Weben des Stoffes.

Die Fasern extrahieren & Nebenprodukte

Nach der Ernte müssen die Fasern von der Kapsel und den restlichen Samen getrennt werden. Eine Entkörnungsmaschine kämmt Samenkörner, Blätter und Reste der Fruchtkapseln heraus. Die herausgekämmten Samen werden zu Öl verarbeitet oder wieder neu gepflanzt. Die Samenhüllen werden für Tierfutter oder Hühnereinstreu
eingesetzt.

Im Anschluss werden die Baumwollfasern zu Ballen gepresst, eingepackt und in Baumwollspinnereien zur Klassifizierung gesendet. Dort werden sie nach Reinheit, Stapellänge (definiert die Länge von Nutzbarkeit und Preis festzulegen.

In der Spinnerei: von der Faser zum Faden

In der Spinnerei werden aus Baumwollfasern Fäden. Meist befinden sich die Spinnereien in der Nähe der Anbaugebiete in Asien und Indien. Eine Kardierungsmaschine bringt die Baumwollfasern in Form. Gegebenenfalls wird sie später noch weiter gekämmt und somit verfeinert, denn mehrfach gekämmte Baumwolle kann viel feiner gesponnen werden als kardierte.

Die Fasern werden dann nach Länge sortiert und in Fasern mit einer Länge von 10 mm oder länger und kurze Fasern (kürzer als 10 mm) aufgeteilt. Die kurzen Fasern gehen in die Zellstoffproduktion und werden zu chemischen Fasern oder Papier weiterverarbeitet.

Danach werden die langen Baumwollfasern von einer Spinnmaschine zu Baumwollgarn gezwirbelt. Um ein Reißen des Fadens beim Weben zu verhindern, wird eine chemische Imprägnierflüssigkeit aufgebracht, die ihn widerstandsfähiger macht. Dieser Schutzfilm wird später wieder ausgewaschen.

Merzerisieren

Das Merzerisieren verändert die chemische Struktur der Baumwollfaser. Merzerisieren (nach dem Engländer John Mercers und seiner Entdeckung des Verfahrens im Jahre 1844 benannt) ist ein Veredelungsverfahren, das für Glanz und Reißfestigkeit sorgt. Hierfür wird der Stoff mit Natronlauge behandelt. Darin quillt die Zellwand der
Baumwollfaser auf, was für eine bessere Reflexion der Oberfläche und eine weichere Haptik sorgt.

Außerdem werden die Baumwollfasern durch das Merzerisieren verstärkt, leichter färbbar, elastischer und besser waschbar.

Weben

Die Menschheit nutzt bereits seit Jahrhunderten Webtechniken. Damals bedeckte man sich mit einfachen Geweben aus Tierhäuten oder Pflanzenteilen. Die ältesten Webstühle gibt es in der Türkei. Sie stammen circa von 6000 v. Chr.

Beim Weben werden mindestens zwei Fadensysteme aus Kett- und Schussfaden rechtwinklig verkreuzt. Die Kettfäden sind der Träger, in den die Schussfäden eingezogen werden. Beim Weben werden die Kettfäden gedreht, um härter und reißfester zu werden, da sie den Schussfaden unterstützen und das Gewebe stabilisieren. Die leichteren Schussfäden sind in der Regel weicher und geben dem Stoff Textur und Muster.

Webstühle sind heute technisch sehr weit entwickelt und arbeiten mit computergesteuerter Präzision. Im Gegensatz zu gewirkten und gestrickten Stoffen sind Gewebe robuster und formstabiler.