BaumwolleDie Baumwolle (engl. „Cotton“, abgeleitet von arabisch „Katon“) ist aufgrund der Summe ihrer positiven Eigenschaften seit Jahrtausenden die für die Textilverarbeitung quantitativ wie qualitativ wohl wichtigste pflanzliche Naturfaser. Erste schriftliche Quellen zu ihrer Verwendung stammen von 1500 v. Chr. in Indien. Archäologische Funde in Mexico belegen sogar die Verwendung zur Herstellung von Bekleidung seit 5.000 v. Chr. In Europa ist die Baumwolle bekannt aus Aufzeichnungen des griechischen Völkerkundlers Herodot ca. 490–424 v. Chr. über indische Baumwolle. Belegt ist, dass sie über Alexander den Großen ca. 325 v. Chr. aus Indien nach Europa kam. Seit dem 12. Jahrhundert wird sie nachweislich auch in Deutschland verarbeitet.

Angebaut wird die Baumwolle geographisch gesehen zwischen den 43° nördlicher und 36° südlicher Breite gelegenen tropischen und subtropischen Gebieten Mittelamerikas, Indiens und Asiens – dem sog. Baumwollgürtel. Die Baumwollfaser wird gewonnen durch die Ernte der Frucht des einjährigen Baumwollbusches, der zur Gattung der Malvengewächse (lat.: Gossypium) zählt. Mit der Fruchtreife platzen die Kapseln der an der Pflanze befindlichen etwa walnussgroßen Früchte auf und geben die Baumwollsamen frei. An den Samen haften in Büscheln die Baumwollfasern.

Diese Faserbüschel gleichen von ihrem bauschigen und weichen Äußeren tierischer Wolle wie z.B. von Schafen oder Ziegen und tragen deswegen etymologisch zur Begriffsbildung der „Baum-Wolle“ im deutschen Sprachgebrauch bei. Insbesondere die Ernten der in Ägypten und China angebauten Sorten gelten aufgrund ihrer herausragenden Länge der einzelnen Fasern (der sog. Stapellänge), ihres sehr gleichmäßigen Wuchses (der sog. Stapelregularität) und ihrer besonderen Feinheit wie Reinheit und Farbe als Qualitäten höchster Güte.